7 Aktueller Tipp fürs eigene Schreiben

Die Ideen bringen die Anderen ins Haus

Hören Sie Ihren Freunden, Nachbarn, Verwandten genau zu, wenn sie was "wahnsinnig Interessantes" erzählen. Es ist selten wirklich interessant - machen Sie was Spannendes daraus! Erfinden Sie weitere handelnde Personen, lügen Sie das Blaue vom Himmel herunter, schreiben Sie dramatisch, denn in jeder noch so kleinen Begebenheit steckt etwas Besonderes, Erzählenswertes. Überlegen Sie sich vorher, in welchem Tonfall Sie schreiben wollen. Was gibt die Story her? Geht sie tragisch oder komisch aus? Wollen  Sie Ihre Leser zum Weinen oder zum Lachen bringen?


6 Aktueller Tipp fürs eigene Schreiben

Die Ideen stecken im Kuli

Nehmen Sie ein Blatt Papier und fangen an zu kritzeln, rauf und runter, links und rechts. Es entstehen kleine Räume. Die füllen Sie mit Worten und Satzfetzen, wie es dem Stift, den Fingern gerade beliebt.

Das Ganze sollte nicht viel länger als 5 Minuten dauern. Nun suchen Sie aus dem Wust ein Wort und lassen ganz automatisch - ohne nachzudenken - einen Text kommen. Erlauben sie Allem zu fließen. Bitte kontrollieren oder zensieren Sie auf keinen Fall diesen Text und lassen Sie sich überraschen von sich selbst.

5 Aktueller Tipp fürs eigene Schreiben

Die Ideen stecken in der ganzen Welt

Nehmen Sie einen alten Atlas, eine alte Landkarte

und suchen Sie sich eine Stadt, ein Gebiet, ein Land aus.

Nun werden Assoziationen kommen, die einen sehr kreativ gestalteten Text ergeben können. Lassen Sie sich führen von Erinnerungen, Sehnsüchten, Fernweh, Erlebnissen. 

4. Aktueller Tipp fürs eigene Schreiben

 
Die Ideen stecken in der Zeitung

Täglich bieten die Medien wunderbare Textimpulse. Je minimaler die Informationen über ein Ereignis sind, desto mehr können Sie fantasieren. Jede kleine Polizei-, Promi-, Lokalmeldung eignet sich, an ihr weiterzuspinnen, ihr neue Wendungen und ganz andere Dimensionen zu geben.

Versuchen Sie es doch gleich mal!

3. Aktueller Tipp fürs eigene Schreiben

Die Ideen liegen auf der Zunge

Schreiben Sie über einen starken Sinneseindruck - sehen, hören, schmecken, fühlen/tasten, riechen.

Beim literarischen Schreiben kommt es sehr auf diese Fertigkeit an. Die Schilderung von Sinneseindrücken sind aussagekräftig und stellen diese Erlebnisse in Erzählweise statt in Behauptungen vor. Wenn Sie in der Ich-Perspektive arbeiten, können Sie so sehr sicher zum authentischen Ausdruck  kommen.

Also:

Suchen Sie sich aus, über welchen Sinn Sie einen Text verfassen wollen. Es könnte z.B. der Geschmack sein. Nun muss man ganz intensiv in einem Moment eines Geschmackserlebnisses eintauchen. Das kann entweder über ein Lieblingsessen oder ein ekelerregendes Essen geschehen.


Wenn Sie nun erklären würden, Heringssalat ist total lecker, könnten Sie dadurch nichts Konkretes vermitteln, sondern stellen nur eine Behauptung auf, denen andere vehement widersprechen würden.

Wenn Sie stattdessen aber erzählen, wo und wie und mit wem Sie diesen Leckerbissen genossen haben, was sich dabei in Ihnen und mit ihnen abgespielt hat, welche Sensationen auf der Zunge Sie wahrgenommen haben, dann erzählen Sie ganz aus ihrer persönlichen Sicht und werden somit automatisch originell und authentisch.


Mit dem Ekel-Essen wäre es das Gleiche: wir als Leser wollen miterleben, wie Sie schon beim Anblick des angebrannten Grießbreis (meine Vorstellung von grauenhaftem Essen) würgen, welche Assoziationen kommen (möglicherweise wurden Sie als Kind dazu gezwungen, dieses Zeug runterzuwürden). Diese Tatsache als Behauptung hinzustellen, wäre langweilig und trivial: das nämlich kennen wir alle.

Besonders und reizvoll wird der Stil, wenn Sie z.B. von einem ganz bestimmten Moment erzählen, in dem Ihnen der Kleister zwischen die zugepressten Lippen gedrückt wurde, Ihnen der Geruch von angebrannter Milch in die Nase stieg, wie Sie die Konsistenz des Grieß‘ mit der Zungenspitze spürten und die feinen Körnchen sich zwischen die Zähne schoben, wie Sie sich gar nicht wehren konnten …


Selbstverständlich kann man diese Schilderung auch in der personalen Perspektive jemand anderem zuschreiben, indem man die eigenen Erfahrungen oder Fantasien auf den Protagonisten dieses Momentes projiziert.

2. Tipp für den Einstieg in einen Text

Die Ideen liegen auf der Straße

Gehen Sie doch einmal um den Block und suchen nach einem Ding. Das kann ein Blättchen, eine Blüte, ein weggeworfener Kronenkorken, ein Ticket, ein heruntergefallener Einkaufszettel sein, egal - nehmen Sie das Teilchen mit.

Nun haben Sie Ihr Thema auf der Straße gefunden: Lassen Sie sich zu einem Text inspirieren. Entweder spricht der Gegenstand zu Ihnen, oder sie beschreiben ihn haargenau.

Sie können auch frei assoziieren und diese Gedankenkette festhalten.

Vielleicht fällt Ihnen auch die Geschichte zu dem Ding ein.

Wer hat es fortgeworfen, warum, was war einmal seine ursprüngliche Funktion?

Setzt es Erinnerungen zu Ihrem eigenen Leben frei? Na, dann los!

1. TIPPS FÜRS LITERARISCHE SCHREIBEN

Während meiner Arbeit finde ich immer wieder Edelsteine und  Stolpersteine. Kurze Tipps helfen schnell oftmals weiter. Schauen Sie doch mal rein!

Ich freue mich immer über Austausch, Korrekturen und Ergänzungen.


"Der Schreiber muss bereit sein, sich zu plagen." (Wolf Schneider)
*
„Jeder erste Entwurf ist Scheiße.“ (Hemingway)
*
"Schreiben ist harte Arbeit. Ein klarer Satz ist kein Zufall. Sehr wenige Sätze stimmen schon bei der ersten Niederschrift oder auch nur bei der dritten. Nehmen Sie das als Trost in Augenblicken der Verzweiflung. Wenn Sie finden, dass Schreiben schwer ist, so hat das einen einfachen Grund: Es ist schwer.“ (Zinsser, zit. nach Schneider, Deutsch fürs Leben)


Verständlich schreiben
„Zum Geburtstag bekam ich ein Buch von Schiller.“ Dieser Satz ist misszuverstehen – Achtung also!

Den Anfang als Lockvogel nutzen
Der Begann kann ein Knalleffekt sein – im wahrsten Sinnen des Wortes: Es fiel ein Schuss …., oder eine sinnliche Wahrnehmung, eine Momentaufnahme usw.


Sparsam mit Wörtern (Substantivierungen) umgehen, aufgeblähte vermeiden, überflüssige ganz weglassen
Wer überflüssige Wörter spart, schreibt deutlich und lässt den Lesern genügend Raum für ihre Fantasie, Pleonasmen (doppelt gemoppelt) auf jeden Fall vermeiden:

statt              besser so
Zu diesem Zeitpunkt - jetzt
strenges Stillschweigen bewahren - schweigen
bestehenden Tatsachen - Tatsachen
schwarze Nacht -  Nacht
dunkler Schatten - Schatten
Der geschriebene Brief - Der Brief
vereinbarter Treffpunkt - Treffpunkt
Das uns von Ihnen entgegen gebrachte Vertrauen - Ihr Vertrauen
der gestrige Tag - gestern
weißer Schimmel - Schimmel
leichte Brise - Brise
starker Sturm - Sturm
kleines Pony - Pony
abgelaufenes Leben - Leben
unterschriebener Vertrag - Vertrag
zu einem späteren Zeitpunkt später
gemachtes Versprechen - Versprechen
Abwendungstendenzen    - „was ist das, bitte?“
in Anrechnung bringen - anrechnen, in Rechnung stellen
Durchführung vornehmen - durchführen, machen
in Vorschlag bringen - vorschlagen
Mitteilung machen - mitteilen
erklärung abgeben - erklären
Bewusstseinsmachung - bewusst machen
Freude bereiten - erfreuen

Füllwörter vermeiden
"Ja, doch, da, gewissermaßen, selbstredend, überhaupt, regelrecht, auch" usw. sind meistens überflüssige Worthülsen, die man weglassen kann. In wörtlicher Rede können sie allerdings einen Typ charakterisieren.


Erzählen statt behaupten oder kommentieren
„Wenn du ein Adjektiv findest, kill es“, sagte B. Shaw
Alle abstrakten Adjektive behaupten und kommentieren, was in der literarischen Sprache eher zu vermeiden ist (außer bei wörtlicher Rede, natürlich).
Beispiel: sie war eine attraktive Frau.“ Dieses Urteil sagt weder etwas über den Schreiber noch über das Objekt aus.
Benutzen Sie am besten nur objektive Adjektive wie kalt, heiß, schwer, leicht, laut, leise, nass, trocken und alle Farben.
Vermeiden Sie prinzipiell Pleonasmen „Weißer Schimmel“ (doppelt gemoppelt) wie heller Mond, warme Sonne, dunkle Nacht, kleines Baby, laue Brise, starker Sturm etc.
Erzählen Sie statt dessen mit einer Szene, was die Frau attraktiv macht!
Zu dem Schluss, „sie sei attraktiv“ sollen und wollen die Leser aufgrund der Erzählung selbst kommen.
Wolf Schneider („Deutsch fürs Leben“) gibt ein weiteres Beispiel: "Die Unglücksstätte bot ein Bild des Grauens."
Was machte das Grauen aus?
Erst wenn dieses genau erzählt wurde, können Leser denken: "grauenhaft!" Also: So konkret wie möglich bleiben, nicht ins Abstrakte, in Urteile oder Kommentare rutschen. Dabei ist immer die engste Bezeichnung die treffendste: nicht "Geflügel" sondern Hühner und Gänse, nicht "Tiere", sondern "Hund und Katze", nicht "Lärm", sondern "Kreischen und Hammern", nicht "Unrat", sondern "zerrissene Tüten, verrostete Eimer, verfaulte Essensreste", nicht "Eine Periode widrigen Wetters setzte ein...", sondern "Eine Woche lang regnete es jeden Tag." Nicht Obst, sondern Äpfel und Birnen, nicht Äpfel, sondern Gravensteiner und Boskopp (nach Schneider)
Lassen Sie den Lesern also genügend Raum für ihre eigene Fantasie und drücken Sie bitte niemandem ein (Vor-) Urteil auf.


Großzügig mit Verben umgehen

  • Verben, Tätigkeitswörter, beleben die Sprache sehr. Man sollte sie vielfach und vielfältig benutzen. Sie drücken Leben, Tätigkeit, action, Bewegung, Fortgang, Handlung aus.

  • • Hilfsverben (machen, tun, sein, haben, können, sein müssen) vermeiden: Nicht: "Verben machen die Sprache lebendig", sondern "Verben beleben die Sprache", nicht "Er machte sich einen schönen Abend", sondern "Er feierte bis zum Morgengrauen“, nicht "Er war in New York." sondern: Er lebte dort, machte Urlaub, besuchte jemanden, o.ä.
  •  
    • Passivform vermeiden: wenn jemand etwas tut, sollte man das auch schreiben. "Der Briefträger wurde von der Frau gesehen" ist keine gute Formulierung: "Die Frau sah den Briefträger" beschreibt die Situation deutlicher. Weiteres Beispiel: "Der Briefträger wurde gebissen"; besser: "Der Hund biss den Briefträger." "Wir wollen wissen, wer das Leiden zufügte." (Schneider)
  •  
    • möglichst treffende Verben finden: statt "gehen" passt vielleicht besser "flitzen, rennen, sausen, schleichen, rasen, schlurfen, stolpern, tänzeln..." (nachschauen in Synonymlexika wie Duden „Das sachverwandte Wort“ oder Textor, „Sag es treffender“)

  • Noch einmal, weil es so wichtig ist: Geizig mit Adjektiven und Adverbien umgehen
    Adjektive und Adverbien sind in der zeitgenössischen literarischen Sprache unangebracht. Meist wirken sie klischeehaft, trivial, banal und verhindern so, dass die Leser ihre eigene Fantasie entwickeln. Wieder gilt: erzählen statt behaupten.
    Zulässige Begriffe sind selbstverständlich Farben, Größe u.ä. Brücke zur Kontrolle: hat auch das Gegenteil des Adjektivs / Adverbs einen Sinn, ist es im Text vonnöten. Z.B. Gibt es auch eine eckige Sonne? Nein, dann brauche ich nicht von "runder" Sonnen zu schreiben. Gibt es eine helle Nacht? Nein, üblicherweise nicht, deswegen brauche ich nicht von "dunkler" Nacht zu sprechen. Gibt es eine gelbe Tulpe? Ja, dann kann ich von roten Tulpen schreiben.
    Hier zeigt sich, dass viele dieser Wortkontexte Pleonasmen sind. Adjektive/Adverbien also nur verwenden, wenn etwas wirklich Außergewöhnliches beschrieben wird oder man etwa in Paradoxien schreibt. (Lyrik)


Über Gefühle schreiben
Eigentlich kann man gar nicht Gefühle beschreiben, deswegen lassen Sie es sein. Erzählen Sie, was das Gefühl bewirkt – äußerlich und innerlich. Das ist das einzigartige, was Ihren Stoff interessant macht. Aber auch da bitte Klischees vermeiden. Die in die Handinnenfläche gedrückten Fingernägel, der stockende Atmen, der kalte Schweiß, die weit aufgerissenen Augen … alles 1000 Mal gelesen!


Modewörter und Klischees vermeiden
"Toll, prima, optimal, echt gut, geil, krass" sind Modewörter, die man zitieren, also anderen bei wörtlicher Rede in den Mund legen kann, um deren Sprache darzustellen; gutes Deutsch dokumentieren sie jedoch nicht. Und: Wer ständig Superlative benutzt, wird es schwer haben, bei einem wahren Superlativ noch ein passendes Wort zu finden.

Zu lange, komplizierte Sätze vermeiden
Ein Hauptsatz verbunden mit einem Nebensatz bringen Spannung. Eingeschobene Sätze - wenn man sie zu viel verwendet - schaffen eher Verwirrung, weil man den Anfang - den man zuerst liest - und das Ende, das auf sich warten lässt, nicht mehr, wie sich der Autor das vielleicht wünscht, zusammenbekommt und deswegen den Faden, der jedoch gesponnen werden sollte, verliert, was dann beim Lesen keinen Spaß mehr macht, weil man wieder von vorne anfangen muss und dabei viel Zeit – und möglicherweise auch die Geduld - verliert.

Hauptsachen im Hauptsatz unterbringen
Negativ-Beispiel: "Nachdem der Mann, der hinter der Ecke, die jenseits der Kreuzung lag, hervorkam, wurde er von den Leuten, die auf der anderen Straßenseite standen, sofort als Täter erkannt." Besser: "Ein Mann schob sich hinter der Ecke hervor. Ihn erkannten die Zeugen sofort als Täter."
Also, in den Hauptsatz gehören die Haupt(tat)sachen), in den Nebensatz die Nebensachen.

Perspektive beachten
In einer Erzählung, einer Geschichte, in einem Bericht etc. entscheidet man sich für eine Perspektive, also entweder für Ich-Perspektive, die personale Perspektive (mit den Augen einer Person, meist der Hauptperson) oder , auktoriale Perspektive (mit einem allwissenden Blick wie der liebe Gott ihn hat). Diese Perspektive darf man gerne wechseln, aber es muss bewusst und nachvollziehbar geschehen, sonst ist einfach nur schlampig.

Zeiten beachten
Das Gleiche gilt für die tempi: Präsenz, Perfekt, Futur – auch hierbei darf man wechseln, aber es muss ebenfalls einen Sinn haben, etwa von der Vergangenheit in die Gegenwart zu springen. Das macht man gern, um in diesem Moment Spannung zu erzeugen. Es darf jedoch nicht sein, dass in einer personalen Erzählung die Perspektive des Autors (und damit sein Kommentar) durchbricht. Der Krimiautor ist nicht der Kommissar oder der Mörder. Es sei denn, es handelt sich um inneren Monolog oder wörtliche Rede.
Grundformen nutzen
Ein Verb ist ein Verb, weil es Tätigkeit beschreibt, ein Adjektiv ist ein Adjektiv, weil es eine Eigenschaft beschreibt. Lasen Sie so weit wie möglich den Wörter ihren ursprünglichen Sinn und vermeiden Sie, Substantivierungen etc.
Beispiel: „Das Schreiben des Briefes war schwierig.“ Besser: „Es war schwierig, den Brief zu schreiben.“
„Die Vervollständigung der Sammlung lag ihm am Herzen.“ Besser: „Ihm lag am Herzen die Sammlung zu vervollständigen.“
„Mit großer Behutsamkeit streichelt sie die Katze.“ Besser: „Behutsam streichelt sie die Katze.“


Metaphern nicht mit Vergleichen verwechseln und auf Stimmigkeit prüfen
Metaphern sind Bilder und stehen kraftvoll für sich – als Statement. („Er ist ein Schrank“). „Er ist wie ein Schrank“ – also der Vergleich – wirkt dagegen unentschlossen, schwach. Der Autor/die Autorin traut dem eigenen Standpunkt nicht ganz. Schade eigentlich.
Beispiel einer schönen Metapher, eines schönes Bildes: "Ihr Lächeln war ein Schmetterling" (Pablo Neruda)
Beispiel einer schlechten Metapher: "In der tödlichen Umklammerung der Natter..." (Hitler über die Juden) ist eine ganz schlechte Metapher, weil sie nicht stimmt (Nattern sind harmlos und sie klammern nicht) 
Der Umgang mit Metaphern lädt leider zu Klischees ein: Der schlaue Fuchs, die schöne Rose, der Zahn der Zeit, … nein danke!


Großzügig mit sinnlichen Eindrücken umgehen
Je mehr wir erzählen, wie ein Sinneseindruck auf uns wirkt, desto weniger müssen wir behaupten. Gute Übung dazu. - Mein Lieblingsessen, - mein Ekelessen, dabei mit möglichst wenigen Adjektiven dabei arbeiten.


Korrekt aufzählen
Sinnvollerweise zählt man gleiche Dinge im gleichen Duktus auf: Verben zueinander, Substantive (Hauptwörter) zueinander, Sätze zueinander.

Das Programm bietet ...
Nicht so,                           sondern besser so:
(nur Substantive aufzählen)               oder so (nur Verben aufzählen)


1. tolle Spiele
2. Sport
3. ausruhen und


1. sich einmal richtig erholen 1. Spiele
2. Sport
3. Ruhe 4. Erholung 1. Spielen


1. Reiten
3. Ausruhen
4. Sich erholen


Kreativphasen des Schreiben erkennen / die Formel lautet: I I E V R
I Inspiration Einfall
I Incubation Ausbau des Einfalls / Gliederung
E Explication Ausführung / das Schreiben
V Verification Überprüfung
R Revision Korrektur

Bei größeren Projekten ist wichtig, die Geduld nicht zu verlieren. Jede Phase braucht Vorbereitung, Unterstützung – und Geduld. Inspirationen fallen nicht vom Himmel, das ist gewiss.


Erzählzeit und erzählte Zeit
Der Begriff „Erzählte Zeit“ entspricht der Dauer einer erzählten Handlung (eines Vorgangs, einer Episode). Das können also auch Jahre und Jahrhundert sein.
Die „Erzählzeit“ dagegen ist die Dauer, die man zur Lektüre der betreffenden Episode benötigt.
„Zehn Jahre wartete der junge Bauer darauf, dass der König ihn rufen ließ.“ Das ist Minimum an Erzählzeit für ein Maximum an erzählter Zeit (eine Zeile für zehn Jahre).
Eine seitenlange Beschreibung eines Moments, das Warten auf den Zug, das Vorspiel beim Sex, das Lesen eines Briefes, ist das ein Maximum an Erzählzeit für ein Minimum an erzählter Zeit.
Spannung in einen Text bringt das Springen von einem zum anderen dieser Modi. Dieses Changieren gleicht dem Zoomen im Film von Panorama- zu Mikroaufnahme (z.B. Luftaufnahme der ganzen Wüste und dann die einzelne Falte im Gesicht eines Fellachen).


Mit Stilmitteln spielen
Gratulation denen, die mit Stilmitteln jonglieren können:
- wörtliche Rede
- Dialoge
- detailgenaue Beschreibungen, die allerdings inhaltlich Bedeutung haben müssen
- rhetorische Fragen
- lebendige Darstellungen
- treffende/witzige Formulierungen und lebensnahe Beispielen
- passende und schöne Metaphern (Bildern und Vergleichen)
- Ironie
- Synonymen
- Klimax – Steigerung („er schwankte, stolperte, stürzte…“)
- Hyperbel – Übertreibung („“Ganz Deutschland jubelte“, „Ich hab’s schon hunderttausend Mal gesagt“)


Verständnishilfen bieten mit
- Kapitelüberschriften
- Zwischenzeilen
- Absätzen


                        Viel Erfolg und vor allem viel Freude beim Schreiben!